Fehmarnsche Weihnachtsbäckerei

Die Verkehrsvereine der Insel führen über das Kalenderjahr viele Veranstaltungen auf Fehmarn durch. Oft werde ich dazu eingeladen, diese Arbeit zu begleiten, die eine oder andere Fotoserie zu erstellen, auch um einfach ein wenig Werbung für die Insel zu machen. Hier ist sehr viel ehrenamtliches Engagement am Werk, das zu würdigen ist.

Durch die Zusammenarbeit mit Doris Weiland, die bis zum Frühjahr Vorsitzende des Verkehrsvereins Landkirchen war, bin ich auf die Plätzchen-Bäckerei vor Weihnachten gestoßen. Und man bekommt dann tatsächlich auch das eine oder andere Rezept verraten, damit es der Nachwelt erhalten bleiben kann. Hier sind zwei davon, Danke an Doris und viel Erfolg bei der Weihnachts-Bäckerei!

Fehmarnsand

500 g Mehl
200-250 g Zucker
Mark einer ausgekratzten Vanillestange
250 g Butter (evtl. mehr)
16 g Hirschhornsalz (1 Tüte)

1. Alle Zutaten zu einem Teig verkneten.

2. Aus dem Teig nun kleine „Sandburgen“ formen. Der Teig ist sehr sandig/krümelig und muss daher fest zusammen- und etwas runtergedrückt werden. Das geht gut, sonst mehr Butter hinzu tun.

3. Bei 170 °C ca. 15 Minuten backen.


Butterfische/Ausrollteig für Keksstempel

250 g Mehl (auch gerne mit einem Viertelanteil  Vollkornmehl)
125 g Butter
2 Eigelb
100 g Zucker
als Geschmacksgeber Zitronen- oder Orangenschale, Vanille, 1 EL Rum und Zimt

1. Alle Zutaten zügig zu einem Teig verkneten. Eine Stunde kaltstellen.

2. Den Teig ca. 3-5 mm dick ausrollen und Formen (z.B. Fische) ausstechen.

3. Bei 180 °C ca. 10 Minuten backen.

4. Wer möchte, kann die Plätzchen nach dem Abkühlen mit (Zitronen-)Zuckerguss bestreichen und mit Streukügelchen o.ä. verzieren.

Tipp: Dieser Keks schmeckt auch lecker mit einer Schokocreme oder fester Marmelade dazwischen oder fester Marmelade!

Übrigens: Den Keksstempel mit der Fehmarnsundbrücke gibt es für 5,95€ in den beiden Touristinformationen vor Ort oder man bestellt ihn per E-Mail an info@fehmarn.de oder unter Tel. 04371/506300.

Fehmarnsche Pfeffernüsse – „Spielgeld“ und weihnachtliche Spezialität

Wenn es draußen kälter wird und Weihnachten immer näher rückt, wächst wieder die Lust aufs Plätzchenbacken. Dann ist auch genau die richtige Zeit, die kleinen, weißen Pfeffernüsse zu backen. Annekatrin Detlef, Fehmaranerin und Autorin des Kochbuches „Eine Prise Ostseeluft im Küchenduft“, hat mir das Rezept verraten – vielen Dank dafür! Die Pfeffernüsse schmecken nicht nur gut (ich habe mich selbst überzeugt!), sondern eignen sich auch hervorragend zum Spielen, zum Beispiel als Spielgeld beim Pochspiel oder beim „Tickern“ (wie das geht, wird weiter unten verraten).

Früher wurden die Pfeffernüsse übrigens milchkannenweise gebacken und auch gern beim „Rummelpottlaufen“ an die Kinder verteilt. Hierbei gingen die Kinder am Silvesterabend geschminkt und verkleidet in Gruppen von Tür zu Tür und sangen Lieder oder sagten Reime auf.

Ticker, ein Spiel aus Ururgroßmutters Zeit
Viele kleine Pfeffernüsse werden auf dem Tisch verteilt. Ein Kind verlässt den Raum, ein anderes „tickt“ auf eine Pfeffernuss. Das Kind darf nun wieder hereinkommen und darf solange suchen und die Pfeffernüsse behalten, bis die „betickte“ Pfeffernuss gefunden ist. Die anderen Kinder dürfen mit den Hinweisen „heiß“ und „kalt“ helfen.  Wenn das Kind die Pfeffernuss gefunden hat, ist das nächste an der Reihe.

Kleine, weiße Pfeffernüsse
Zutaten:
250g Butter
65g Schmalz
250g Zucker
1 Ei
100g gemahlene Mandeln
750g Mehl
1/2 Tasse Milch
abgeriebene Schale von einer Zitrone
1 Msp. Kardamom
15g Hirschhornsalz, mit etwas Wasser aufgelöst

Zubereitung:
Die Zutaten zu einem Mürbeteig verarbeiten und einige Stunden, am besten über Nacht, im Kühlschrank ruhen lassen. Den Teig portionsweise aus dem Kühlschrank nehmen und Rollen von 2 cm Durchmesser formen und 1/2 cm dicke Scheiben abschneiden. Die Pfeffernüsse etwa 10 Minuten bei 170 Grad Ober-/Unterhitze backen.

Noch ein Tipp für alle, die die (Vor-)Weihnachtszeit auf Fehmarn verbringen wollen: Vom 27. November bis zum 30. Dezember finden auf Fehmarn die ersten Burger Weihnachtswochen statt. Der Weihnachtsmarkt auf dem Burger Marktplatz hat täglich von 12 bis 21 Uhr geöffnet, freitags und samstags bis 22 Uhr. Am Heiligabend bleibt er geschlossen.

Kröpel – eine echte Fehmarn-Spezialität

Dieser Tage ist der Spätsommer auf Fehmarn eingekehrt, Stoppelfelder bestimmen die Landschaft, überall liegt der Geruch von frischem Stroh in der Luft. Heißt, auch die Weizenernte ist eingefahren. Und diese ist hier untrennbar verbunden mit einer echten kulinarischen Insel-Spezialität. Traditionell gab es für die Erntehelfer auf den Feldern zur Stärkung Kröpel. Das sind runde, süße Hefekugeln, die in Fett gebacken und anschließend in Zucker gewendet werden. Bei der harten Arbeit an der frischen Luft kann man reichlich Appetit entwickeln – für entsprechend große Mengen sind die früheren Rezepte ausgelegt.

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