Buchtipp: Lieblingsplätze auf Fehmarn

Heike Meckelmann: Lieblingsplätze auf Fehmarn

Gelegentlich begegnen wir uns irgendwo auf der Insel. Sowohl Heike Meckelmann als auch ich haben dann die Kamera in der Hand. Es gibt ja immer wieder etwas neu zu entdecken. Sie hat daraus ein Buch mit ihren Lieblingsplätzen gemacht.

Verteilt über die ganze Insel sind sie, angefangen mit dem „Kleiderbügel“, nach dessen Überquerung für viele die Entschleunigung beginnt. Weiter geht es dann nach Burg, mit dem Schmetterlingspark, „wo 1.000 Flügel schlagen“. Man kann sich kaum vorstellen, wie viele verschiedene Arten, Formen und Größen es dort von Schmetterlingen gibt. Dieses Buch mit 88 Lieblingsplätzen ist nicht nur für Touristen interessant. Auch mancher Insulaner wird noch das eine oder andere Neue entdecken. Hier wurde vieles zusammengetragen, was man sich sonst mühsam selbst zusammensuchen müsste.

Wer wie ich auch gerne ruhige Lieblingsplätze sucht, sollte die gesamte Insel im Blick haben und sich auf den Weg machen, um z.B. den Galgenberg in Petersdorf zu besuchen. Das ist ein mystischer Ort für jeden, der sich darauf einlassen mag. Besonders schön finde ich es auch abends im Hafen von Orth, wenn in der Ferne das Licht des Flügger Leuchtturms zu sehen ist.

Wo ich nach dem Lesen unbedingt mal wieder mit dem Fahrrad hinfahren möchte, ist das Gut Staberhof. Es ist bemerkenswert, wann man um die Kurve fährt und plötzlich tut sich der riesige, berühmte Giebel der Scheune vor einem auf.

Erhältlich ist das Buch von Heike Meckelmann in den Buchhandlungen und natürlich auch beim Tourismus-Service Fehmarn für 15,99 €. Viel Spaß beim Stöbern!

Ernst Ludwig Kirchner im Doppelpack

Leuchtturm Staberhuk

Jemand erzählte mir, es gäbe neue Drucke der Bilder von Ernst Ludwig Kirchner in der E. L. Kirchner Dokumentation über der Stadtbücherei. Das hat mich dann direkt interessiert. Immer wieder mal ist die eine oder andere Information über sein Leben und Wirken zu hören. Insgesamt verbrachte Kirchner zwischen 1908 und 1914 vier Sommer auf Fehmarn, wo er sein „irdisches Paradies“ fand, wie er sagte. Die Neugestaltung der Ausstellung machte mich neugierig darauf, Kirchners Wirken auf Fehmarn neu zu entdecken.

Regelmäßig gibt es auf der Insel die Möglichkeit, einen Vortrag zu Kirchner in der Ausstellung zu hören. Diese Gelegenheit habe ich gerne wahrgenommen. Ob ein Teil der alten Bilder sehr verblasst waren oder es heute eine andere Drucktechnik gibt, weiß ich nicht. Jedenfalls haben mich die neuen Drucke schon begeistert, kräftige und leuchtende Farben, schön anzuschauen.

Frau Schneider vom E. L. Kirchner-Verein erzählte sehr interessant und detailreich von Kirchners Biographie und seinem Wirken auf Fehmarn. Es ist interessant, weil hier auch zu hören ist, wie das Leben früher auf der Insel zuging.

Nach dem Vortrag schaute ich mir zwei Aufsteller mit vielen Nachdrucken an. Hier ist zu sehen, dass Kirchner viele Bilder von beiden Seiten bemalt hat. Das wirft dann auch die Frage auf, wie viele unbekannte Bilder gibt es eigentlich noch von diesem Maler? Denn es kann ja nicht jedes Bild einfach aus dem Rahmen genommen werden, um zu sehen, ob eventuell auch die Rückseite bemalt wurde. Faszinierende Vorstellung, Kirchner im Doppelpack!

www.kirchnervereinfehmarn.de
Auf den Spuren Ernst Ludwig Kirchners

Auf den Spuren Ernst Ludwig Kirchners

 

Die Wasseroberfläche glitzert in der Sonne, das dunkelblaue Meer hebt sich vom hellblauen, wolkenfreien Himmel ab. Hier und dort sitzt eine Möwe auf einem der großen Findlinge, die entlang der südöstlichen Spitze von Fehmarn die Küste säumen. Die leichte Brise lässt nur erahnen, welche Naturgewalten die Steilküste geformt haben müssen, die hinter dem steinigen Strand in den Himmel ragt.

Die Schönheit der Küste rund um den Leuchtturm Staberhuk fasziniert nicht nur heutige Urlauber, sondern hat auch schon vor 100 Jahren den berühmten Maler Ernst Ludwig Kirchner berührt. Zeitweise lebte der Künstler sogar im Haus des Leuchtturmwärters Lüthmann und seiner Familie. „Fehmarn ist mein irdisches Paradies, mit wundervoller Küstenbildung, manchmal von Südseereichtum“, schwärmte er, als er 1908 zum ersten Mal auf die Insel gekommen war. Vier Sommer verbrachte der Expressionist und Mitbegründer der Künstlergruppe „Die Brücke“ auf Fehmarn und erlebte hier die „letzte Einheit von Mensch und Natur“. Ähnlich wie viele Gäste fand er in der Ruhe und Natur der Insel einen erholsamen Gegenpol zum hektischen, pulsierenden Leben in der Großstadt.

„Ocker, blau, grün sind die Farben von Fehmarn“, schrieb Kirchner. Wer sich heute bei einem Spaziergang oder einer Radtour die Zeit nimmt, die Landschaft in Ruhe zu betrachten, der versteht diese Aussage. Eine gute Gelegenheit, sich auf die Spuren des berühmten Malers zu begeben, ist die Gedenkwoche vom 29. Juni bis zum 6. Juli 2014, die an Kirchners Abreise vor 100 Jahren erinnert. Besondere Höhepunkte der Woche sind die Führungen zu den Wirkstätten Kirchners – zu Fuß, per Kutter und per Fahrrad. Am gleichen Ort wie der berühmte Maler zu stehen, die gleichen Motive vor Augen – das ist schon etwas ganz besonderes.

Weitere Informationen über die Ernst Ludwig Kirchner Gedenkwoche, zu genauen Veranstaltungsdaten und über den Ernst Ludwig Kirchner Verein gibt es unter www.kirchnervereinfehmarn.de.