Auf den Spuren Ernst Ludwig Kirchners

 

Die Wasseroberfläche glitzert in der Sonne, das dunkelblaue Meer hebt sich vom hellblauen, wolkenfreien Himmel ab. Hier und dort sitzt eine Möwe auf einem der großen Findlinge, die entlang der südöstlichen Spitze von Fehmarn die Küste säumen. Die leichte Brise lässt nur erahnen, welche Naturgewalten die Steilküste geformt haben müssen, die hinter dem steinigen Strand in den Himmel ragt.

Die Schönheit der Küste rund um den Leuchtturm Staberhuk fasziniert nicht nur heutige Urlauber, sondern hat auch schon vor 100 Jahren den berühmten Maler Ernst Ludwig Kirchner berührt. Zeitweise lebte der Künstler sogar im Haus des Leuchtturmwärters Lüthmann und seiner Familie. „Fehmarn ist mein irdisches Paradies, mit wundervoller Küstenbildung, manchmal von Südseereichtum“, schwärmte er, als er 1908 zum ersten Mal auf die Insel gekommen war. Vier Sommer verbrachte der Expressionist und Mitbegründer der Künstlergruppe „Die Brücke“ auf Fehmarn und erlebte hier die „letzte Einheit von Mensch und Natur“. Ähnlich wie viele Gäste fand er in der Ruhe und Natur der Insel einen erholsamen Gegenpol zum hektischen, pulsierenden Leben in der Großstadt.

„Ocker, blau, grün sind die Farben von Fehmarn“, schrieb Kirchner. Wer sich heute bei einem Spaziergang oder einer Radtour die Zeit nimmt, die Landschaft in Ruhe zu betrachten, der versteht diese Aussage. Eine gute Gelegenheit, sich auf die Spuren des berühmten Malers zu begeben, ist die Gedenkwoche vom 29. Juni bis zum 6. Juli 2014, die an Kirchners Abreise vor 100 Jahren erinnert. Besondere Höhepunkte der Woche sind die Führungen zu den Wirkstätten Kirchners – zu Fuß, per Kutter und per Fahrrad. Am gleichen Ort wie der berühmte Maler zu stehen, die gleichen Motive vor Augen – das ist schon etwas ganz besonderes.

Weitere Informationen über die Ernst Ludwig Kirchner Gedenkwoche, zu genauen Veranstaltungsdaten und über den Ernst Ludwig Kirchner Verein gibt es unter www.kirchnervereinfehmarn.de.

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