Der Ostseestöpsel

Der Ostseestöpsel

Wer in Westermarkelsdorf den Strand aufsucht, sieht den markanten, ja… was ist das eigentlich für ein Teil? Spundwände, im Kreis angeordnet mit einem Betonkranz oben rum, außerdem total schief.

Wenn Kinder danach fragen, wird gerne erzählt, dass die Ostsee leer läuft, wenn man den Stöpsel herauszieht. So wie man es aus der Badewanne kennt. Eine schöne Geschichte! Aber was steckt eigentlich wirklich hinter dem „Ostseestöpsel“? Ich wurde schon oft danach gefragt und habe einmal nachgeforscht, mich umgehört und war im Stadtarchiv von Fehmarn.

Früher ist es immer mal wieder  vorgekommen, dass Schiffe vor Westermarkelsdorf den falschen Kurs genommen haben und gestrandet sind. Sie hatten den Leuchtturm bei Nebel und Schnee wohl fälschlicherweise für das Feuerschiff Fehmarnbelt gehalten, das aber ein ganzes Stück weiter nördlich vor Anker lag, um den Weg zu weisen. Am zweiten Weihnachtstag 1923 fuhr zum Beispiel um 22:30 Uhr hinter Westermarkelsdorf ein Kohlendampfer auf Strand. Im Jahre 1935 wurde endlich etwas unternommen und vor dem Strand ein Pegel errichtet, der zwei Funktionen hatte. Er sollte erstens aufgrund der vielen Sturmfluten die Wasserstände messen und zweites bekam er oben drauf eine Leuchte, die bei Nacht und Nebel brannte. Die Stromzufuhr bekam man damals vom Leuchtturm. Allerdings stand der Pegel nur 7 Jahre so kerzengerade, wie er erbaut wurde. Im Packeis 1942 neigte er sich zunächst zur linken Seite und am Ende des Eiswinters bekam er die Schräglage, die er noch heute hat. Vor Staberhuk gab es übrigens auch mal genauso einen Pegel!

Hoffentlich bleibt uns der „Ostseestöpsel“ von Westermarkelsdorf noch lange erhalten. Nicht dass ihn noch jemand entfernt und die Ostsee leer läuft! 😉

Lebensgefühl Camping

Campingplatz auf Fehmarn

Vor einigen Wochen erreichte mich eine E-Mail: „Kannst Du bitte mit der Anja einen Fotokurs machen, während wir auf Fehmarn auf einem Campingplatz sind?“. Ihre Freunde wollten ihr einen Fotokurs schenken und sie im gemeinsamen Urlaub damit überraschen.

So lernte ich also Anja, Michael und ihre kleine Tochter kennen, die zusammen mit ihren Freunden angereist waren. Und ich lernte eine für mich völlig neue Welt kennen: das Camping.

Camping ist offensichtlich viel mehr als nur eine Art der Urlaubsunterkunft. Schon direkt hinter der Rezeption des Campingplatzes fällt mir eine gewisse Ruhe auf. Im Gespräch erfahre ich, dass die Kinder hier völlig entspannt umherlaufen können und dürfen. Sie gehen auch nicht so schnell auf dem Platz verloren, weil die umliegenden Camper mit auf sie aufpassen. Das ist hier so. Und  alle sind den ganzen Tag draußen an der frischen Luft. Das Zeitgefühl geht hier weitestgehend verloren. Der Camper ist mitten in der Natur und entschleunigt sich in seinem Fehmarn-Urlaub ganz von alleine.

Mir hat diese Art des Urlaubs sehr gut gefallen. Und es wirft mir die Frage auf, wie ich etwas von diesem Lebensgefühl mit in mein reales Leben nehmen kann. Vielleicht mit einem entspannten Tag im Liegestuhl im Garten?

Ich wünsche euch einen schönen Aufenthalt auf meiner Lieblingsinsel!

Übrigens: 17 Campingplätze haben sich zusammengeschlossen zum Camping Paradies Fehmarn! Auf der Internetseite vom Camping Paradies Fehmarn gibt es eine Übersichtskarte und ausführliche Beschreibungen der einzelnen Campingplätze.

Buchtipp: Lieblingsplätze auf Fehmarn

Heike Meckelmann: Lieblingsplätze auf Fehmarn

Gelegentlich begegnen wir uns irgendwo auf der Insel. Sowohl Heike Meckelmann als auch ich haben dann die Kamera in der Hand. Es gibt ja immer wieder etwas neu zu entdecken. Sie hat daraus ein Buch mit ihren Lieblingsplätzen gemacht.

Verteilt über die ganze Insel sind sie, angefangen mit dem „Kleiderbügel“, nach dessen Überquerung für viele die Entschleunigung beginnt. Weiter geht es dann nach Burg, mit dem Schmetterlingspark, „wo 1.000 Flügel schlagen“. Man kann sich kaum vorstellen, wie viele verschiedene Arten, Formen und Größen es dort von Schmetterlingen gibt. Dieses Buch mit 88 Lieblingsplätzen ist nicht nur für Touristen interessant. Auch mancher Insulaner wird noch das eine oder andere Neue entdecken. Hier wurde vieles zusammengetragen, was man sich sonst mühsam selbst zusammensuchen müsste.

Wer wie ich auch gerne ruhige Lieblingsplätze sucht, sollte die gesamte Insel im Blick haben und sich auf den Weg machen, um z.B. den Galgenberg in Petersdorf zu besuchen. Das ist ein mystischer Ort für jeden, der sich darauf einlassen mag. Besonders schön finde ich es auch abends im Hafen von Orth, wenn in der Ferne das Licht des Flügger Leuchtturms zu sehen ist.

Wo ich nach dem Lesen unbedingt mal wieder mit dem Fahrrad hinfahren möchte, ist das Gut Staberhof. Es ist bemerkenswert, wann man um die Kurve fährt und plötzlich tut sich der riesige, berühmte Giebel der Scheune vor einem auf.

Erhältlich ist das Buch von Heike Meckelmann in den Buchhandlungen und natürlich auch beim Tourismus-Service Fehmarn für 15,99 €. Viel Spaß beim Stöbern!

Weitsicht am Markelsdorfer Huk

Seit kurzem gibt es eine Aussichtsplattform im Nordwesten der Insel. Von dort hat man eine herrliche Aussicht auf das neue Naturschutzgebiet Nördliche Seeniederung Fehmarn, welches vom Verein Haff und Huk betreut wird. Als Spaziergänger auf solch plattem Land hat man ja häufiger den Wunsch, ein paar Meter höher zu stehen – hier wurde er erfüllt. Zu erreichen ist die Plattform über Altenteil (vor dem Deich ist ein Parkplatz) und über den Campingplatz Fehmarnbelt oder man parkt am Westermarkelsdorfer Leuchtturm und läuft durch die Botanik (Gummistiefel nicht vergessen! 🙂 ).

Wenn das Wetter mitspielt, kann man hier sehr schöne Fotos schießen. Zur Naturbeobachtung ist ein Fernglas unerlässlich, da die hier vorkommenden Tiere besonders scheu sind. Ein Teil der Fotos zeigt die Einweihung der Plattform am vorletzten Tag des Jahres 2016.

Fehmarnsche Weihnachtsbäckerei

Die Verkehrsvereine der Insel führen über das Kalenderjahr viele Veranstaltungen auf Fehmarn durch. Oft werde ich dazu eingeladen, diese Arbeit zu begleiten, die eine oder andere Fotoserie zu erstellen, auch um einfach ein wenig Werbung für die Insel zu machen. Hier ist sehr viel ehrenamtliches Engagement am Werk, das zu würdigen ist.

Durch die Zusammenarbeit mit Doris Weiland, die bis zum Frühjahr Vorsitzende des Verkehrsvereins Landkirchen war, bin ich auf die Plätzchen-Bäckerei vor Weihnachten gestoßen. Und man bekommt dann tatsächlich auch das eine oder andere Rezept verraten, damit es der Nachwelt erhalten bleiben kann. Hier sind zwei davon, Danke an Doris und viel Erfolg bei der Weihnachts-Bäckerei!

Fehmarnsand

500 g Mehl
200-250 g Zucker
Mark einer ausgekratzten Vanillestange
250 g Butter (evtl. mehr)
16 g Hirschhornsalz (1 Tüte)

1. Alle Zutaten zu einem Teig verkneten.

2. Aus dem Teig nun kleine „Sandburgen“ formen. Der Teig ist sehr sandig/krümelig und muss daher fest zusammen- und etwas runtergedrückt werden. Das geht gut, sonst mehr Butter hinzu tun.

3. Bei 170 °C ca. 15 Minuten backen.


Butterfische/Ausrollteig für Keksstempel

250 g Mehl (auch gerne mit einem Viertelanteil  Vollkornmehl)
125 g Butter
2 Eigelb
100 g Zucker
als Geschmacksgeber Zitronen- oder Orangenschale, Vanille, 1 EL Rum und Zimt

1. Alle Zutaten zügig zu einem Teig verkneten. Eine Stunde kaltstellen.

2. Den Teig ca. 3-5 mm dick ausrollen und Formen (z.B. Fische) ausstechen.

3. Bei 180 °C ca. 10 Minuten backen.

4. Wer möchte, kann die Plätzchen nach dem Abkühlen mit (Zitronen-)Zuckerguss bestreichen und mit Streukügelchen o.ä. verzieren.

Tipp: Dieser Keks schmeckt auch lecker mit einer Schokocreme oder fester Marmelade dazwischen oder fester Marmelade!

Übrigens: Den Keksstempel mit der Fehmarnsundbrücke gibt es für 5,95€ in den beiden Touristinformationen vor Ort oder man bestellt ihn per E-Mail an info@fehmarn.de oder unter Tel. 04371/506300.

Ernst Ludwig Kirchner im Doppelpack

Leuchtturm Staberhuk

Jemand erzählte mir, es gäbe neue Drucke der Bilder von Ernst Ludwig Kirchner in der E. L. Kirchner Dokumentation über der Stadtbücherei. Das hat mich dann direkt interessiert. Immer wieder mal ist die eine oder andere Information über sein Leben und Wirken zu hören. Insgesamt verbrachte Kirchner zwischen 1908 und 1914 vier Sommer auf Fehmarn, wo er sein „irdisches Paradies“ fand, wie er sagte. Die Neugestaltung der Ausstellung machte mich neugierig darauf, Kirchners Wirken auf Fehmarn neu zu entdecken.

Regelmäßig gibt es auf der Insel die Möglichkeit, einen Vortrag zu Kirchner in der Ausstellung zu hören. Diese Gelegenheit habe ich gerne wahrgenommen. Ob ein Teil der alten Bilder sehr verblasst waren oder es heute eine andere Drucktechnik gibt, weiß ich nicht. Jedenfalls haben mich die neuen Drucke schon begeistert, kräftige und leuchtende Farben, schön anzuschauen.

Frau Schneider vom E. L. Kirchner-Verein erzählte sehr interessant und detailreich von Kirchners Biographie und seinem Wirken auf Fehmarn. Es ist interessant, weil hier auch zu hören ist, wie das Leben früher auf der Insel zuging.

Nach dem Vortrag schaute ich mir zwei Aufsteller mit vielen Nachdrucken an. Hier ist zu sehen, dass Kirchner viele Bilder von beiden Seiten bemalt hat. Das wirft dann auch die Frage auf, wie viele unbekannte Bilder gibt es eigentlich noch von diesem Maler? Denn es kann ja nicht jedes Bild einfach aus dem Rahmen genommen werden, um zu sehen, ob eventuell auch die Rückseite bemalt wurde. Faszinierende Vorstellung, Kirchner im Doppelpack!

www.kirchnervereinfehmarn.de
Auf den Spuren Ernst Ludwig Kirchners

Fahrrad à la Karte

Oder: Folge dem grünen Schaf!

Seit einigen Wochen gibt es ja nun das neue Fahrrad-Kartenset für Fehmarn, das wollte ich gerne mal ausprobieren. Zum Glück ist in meinem Nachbarort Lemkenhafen der Knotenpunkt von vier der Rad-Touren, so können meine Frau und ich nach fast 3 Kilometern Anfahrt aus Petersdorf mitten in die Tour einsteigen. Wir entscheiden uns für die „Grüner Brink“-Tour, die mit einem grünen Schaf gekennzeichnet ist.

Nach kurzer Fahrt kann ich praktischerweise auf dem Feldsofa hinter Lemkendorf in Ruhe die Karte studieren, man muss da schon ganz genau hinsehen. Das ist spannend, sich auskennen ist ja die eine Seite, aber nur nach Karte fahren eine völlig andere. Hinter Dänschendorf fahren wir später über einen Feldweg, den ich überhaupt noch nicht kannte. Über Altenteil, wo wir der riesigen Ernte-Maschine zusehen, geht es Richtung Strand und auf die Düne.

Die Fahrt im Norden zum Grünen Brink ist sehr schön, immer wieder von wechselhaftem Wetter und Wolken begleitet, immer wieder ein anderer Anblick. Vorbei am Niobe-Denkmal, welches in Kürze renoviert werden soll, vorbei am Badestrand Grüner Brink in Richtung Fähranleger.

Dort biegen wir ab, durch das Dorf Puttgarden und weiter nach Johannisberg über Todendorf, Hinrichsdorf und Bisdorf weiter. Hier ist eine sehr schöne Strecke bis Lemkendorf, die alte Straße wird sehr wenig befahren. Man ist mitten in der Natur, alles andere ist weit weg. Fazit nach 6 Stunden 45 Minuten: die nächste Tour wird in ein paar Tagen stattfinden. (Die Fahrzeit beinhaltet einige Stops zum Schauen und Fotografieren, aber auch zum Mittagessen auf der Strecke ;-))

Eine Nacht am Meer

Gespannte Erwartung am Sonntagmittag: Alles beginnt mit einem kleinen, unscheinbaren Schlüssel mit Bändel in pink. Eine ganze Nacht werden wir unmittelbar am Meer in der traumhaften Atmosphäre des Südstrandes von Fehmarn verbringen. Wir, das sind meine Frau Evi und ich. Noch nie im Leben haben wir draußen übernachtet! Die seit Freitagmittag von der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein vorgestellten Schlafstrandkörbe an der Ostsee machen es möglich.

Die Sonne zeigt sich heute von ihrer besten Seite. Gegen 18 Uhr holen wir das zubuchbare Lunchpaket beim Hotel Bene ab, die freundliche Mitarbeiterin wünscht uns eine angenehme Nacht am Strand. Das Lunchpaket sieht so aus, wie es schmeckt, einfach nur richtig lecker. Danke dafür!

Da das meiste Zubehör des Schlafstrandkorbes inklusive Zahnbürste und Taschenlampe in pink gehalten ist, haben wir unseren kleinen Musikwürfel mitgebracht, ebenfalls in pink. Später werden wir nur noch Wind, Wasser und die Möwen hören. Die Möwen und die Menschen kommen den ganzen Abend vorbei, letztere halten einen kleinen Plausch und stellen neugierige Fragen. Nachdem unsere Flasche Sommerflirt (ein leichter, leckerer Weißwein) zur Neige geht, geht es ans Schlafen. Der Kuschelfaktor ist hier übrigens garantiert. Es war eine angenehme Nacht. Wir haben das große Sichtfenster vorn auf gelassen, um das Wasser und die Sterne sehen zu können.

Jederzeit wieder!

Hier gibt es weitere Infos zum Schlafstrandkorb.

Frühlingserwachen auf Fehmarn

Wenn die Insel aus ihrem Winterschlaf erwacht, dann ist das eine ganz besondere Zeit. Man kann die ersten warmen Sonnenstrahlen genießen und hier und dort die ersten Frühlingsblüher entdecken. Ob am Kreisel beim Schwanenteich oder an der Burger St. Nikolai-Kirche. Auch beim NABU in Wallnau beim Abendspaziergang durch die „Hides“, den Verstecken, aus denen man die Tiere beobachten kann. Und wenn dann die Wallnauer Mitarbeiter sich nach einer arbeitsreichen Woche am Samstagabend alle gemeinsam am Strand einfinden, um das Erlebnis des Sonnenunterganges mit einer frischen Waffel in der Hand zu genießen, dann kann der Sommer wahrlich nicht mehr weit sein.

Traditionsreiches Spektakel: Grabenspringen 2016

Um Ostern herum veranstaltet die Landjugend Fehmarn in jedem Jahr das Grabenspringen, seit 25 Jahren schon. In diesem Jahr war es am 2. April wieder soweit. Mal mit, mal ohne Anlauf müssen die Teilnehmer mit einem Surfmast über die Kopendorfer Au springen. Das gelingt nicht immer, so dass manch einer mit einem lauten Platschen ins Wasser fällt – zur Freude der Zuschauer natürlich!

Die Veranstalter hatten dazu aufgerufen, ein wenig Verkleidung anzulegen, und die Teilnehmer des Springens folgten dem wohl gerne. Neun junge Männer trauten sich in diesem Jahr den Sprung mit dem Surfmast zu.

Sehr viel Wasser führte die Kopendorfer Au bereits, trotzdem wurde noch mit Sandsäcken ordentlich aufgestaut. Es zierten sich anfangs alle nass zu werden. Aber irgendwann stecken die Stangen im Schlamm einfach fest, wenn der „Springer“ mitten über dem Wasser hängt. So war auch diesmal, zur Freude der Besucher, „Baden“ angesagt. 🙂

Sieger wurde übrigens Bastian Muhl (17) aus Wulfen.